Markanter Rückgang der Zürcher Igelpopulation

Medienmitteilung vom 11. Dezember 2017

 

Immer weniger Igel in Schweizer Städten? Noch in den 1990er Jahren galt der kleine Kulturfolger als weit verbreitet. Resultate eines laufenden Forschungsprojekts in der Stadt Zürich zeigen einen Arealverlust von mehr als einem Drittel innerhalb der letzten 25 Jahre.

Igel in Zürich: mit Citizen Science den Igeln auf der Spur

Wie steht es um die Igel in unseren Siedlungsräumen? Dieser Frage stellten sich die Biologinnen und Biologen der Meldeplattform stadtwildtiere.ch in ihren Projekten „Igel gesucht“ und „Aktion StadtIgel“. Die Bevölkerung wurde aufgerufen, Igelbeobachtungen zu melden. Ausserdem kamen wildtierbiologische Methoden mit Spurentunnel und tatkräftiger Unterstützung von Freiwilligen zum Einsatz, mit welchen die Verbreitung der Igel in Zürich untersucht wurde.

Weniger Igel in Zürich – was sind die Gründe?

Die Resultate des Igelprojekts zeigen, dass die Igeldichte zwischen den Stadtgebieten stark variiert und dass die Verbreitungskarte besorgniserregende Lücken aufweist. Der Vergleich des Igelvorkommens der 1990er Jahre in Zürich mit den aktuellen Untersuchungen zeigt einen Arealverlust der Igelpopulation von 39 %, also mehr als einem Drittel. 
Noch liegen die Gründe für den Rückgang im Dunkeln. Macht den Igeln die immer dichter werdende Stadt zu schaffen, sterile Gärten oder der zunehmende Verkehr? Oder spielt der Einsatz von Pestiziden in den Grünräumen eine Rolle?
Das Projekt StadtWildTiere wird die Gründe für die Verbreitungslücken weiter untersuchen und ruft dazu auf, Beobachtungen von Igeln und anderen Wildtieren auf der Meldeplattform stadtwildtiere.ch zu melden.

Aktion Asthaufen & Co.: Für Igel und andere Wildtiere

Auch wenn die genauen Ursachen für den Populationsrückgang der Igel noch nicht bekannt sind, können wir bereits heute damit beginnen, Igel in den Grünräumen unserer Wohnquartiere zu fördern und damit auch andere Wildtiere zu unterstützen. So haben 2017 im Rahmen der „Aktion Asthaufen & Co.“ in Zürich Anwohner/innen und Schulklassen Asthaufen für Igel und andere Kleintiere gebaut. Diese Asthaufen wurden mit einer Infotafel versehen, um Passanten auf ihren ökologischen Wert hinzuweisen.

Meldeplattform stadtwildtiere.ch

Die Meldeplattform stadtwildtiere.ch wurde vom Verein StadtNatur entwickelt. In der Schweiz beteiligen sich bisher die Städte Bern, St.Gallen, Winterthur und Zürich am Citizen Science-Projekt, in Österreich ist Wien und in Deutschland Berlin beteiligt. Weitere Städte werden in Zukunft dazustossen. In Zürich wird das Projekt vom Verein StadtNatur Zürich durchgeführt und vom Zürcher Tierschutz, Grün Stadt Zürich und Vergabestiftungen unterstützt.

 

Medienmitteilung zum Herunterladen unten an der Seite.

 

Für Auskünfte:

Dr. Sandra Gloor, Wildtierbiologin, Geschäftsstelle Verein StadtNatur, Arbeitsgemeinschaft SWILD, Telefon 079 749 20 21 sandra.gloor@stadtwildtiere.ch

 

Anouk Taucher, Wildtierbiologin, Geschäftsstelle Verein StadtNatur,  Telefon 044 450 68 09 anouk.taucher@stadtwildtiere.ch

StadtWildTiere, Geschäftsstelle c/o SWILD, Wuhrstrasse 12, 8003 Zürich

info@stadtnatur.ch, www.stadtwildtiere.ch
www.facebook.com/stadtwildtiere

Folgende Bilder stehen für den Gebrauch im Zusammenhang mit der Medienmitteilung bei korrekter Zitierung der Bildautoren bis Ende Dezember 2017 kostenfrei zur Verfügung.

© Lucas Mohn / stadtwildtiere.ch

 

Abb. 1: Markierung der Igel im Rahmen der Fang-Wiederfang Aktion.

© Fabio Bontadina / swild.ch

 

Abb. 2: Igel im Siedlungsraum.

© stadtwildtiere.ch

 

Abb.3: Schulklassen helfen beim Bau der Asthaufen.

© stadtwildtiere.ch

 

Abb.4: Asthaufen markiert mit einer Infotafel.

© Lukas Lienhard

 

Abb.5: Asthaufenbauaktion im Quartiergarten Hard.

 

 

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