Mauereidechse
Podarcis muralis
© Lucarelli / WikiCommons

Lebensraum

Ruderalfläche, Verkehrswege, offene Flächen
Garten und Park

In klimatisch warmen, eher trockenen Gebieten wie Rhein-, Elb-, Donau- und Inntal konnten sich die Mauereidechsen namentlich in St√§dten gut ausbreiten. Viele Populationen d√ľrften aber auf Aussetzungen oder Einschleppungen mittels Materialtransporten zur√ľckgehen. Eine genetische Untersuchung in Deutschland an 24 Lokalit√§ten hat ergeben, dass die Tiere von f√ľnf verschiedenen Unterarten stammen, welche ihre urspr√ľngliche Verbreitung weit au√üerhalb des Untersuchungsgebietes haben. √Ąhnliche Beispiele sind auch aus √Ėsterreich und der Schweiz bekannt. Wie geschaffen f√ľr Mauereidechsen sind Ruderalfluren auf Bahnschotter (Ersatz f√ľr Schutthalden) sowie sonnige Gartenlandschaften mit vielen spaltenreichen Mauern (Ersatz f√ľr Felsstandorte). Entlang von Schienennetzen breiten sich Mauereidechsen erfolgreich aus. Warmes, trockenes Stadtklima, gepaart mit naturnaher Umgebungsgestaltung, bieten ideale Lebensbedingungen. Weibchen legen zwischen Mai und Juli ein bis drei Mal je 2-9 mattwei√üe, pergamentschalige Eier in lockeren Boden oder sandhaltige Mauerspalten. Junge schl√ľpfen im Juli/August. Geschlechtsreife Tiere beanspruchen Wohnfl√§chen von je 15-60m¬≤, wo sie nach Spinnen, Insekten, Asseln und anderen Wirbellosen jagen. Im Siedlungsraum kann sich die flinkere Mauereidechse den allgegenw√§rtigen Katzen besser entziehen als die plumpere Zauneidechse.

Erkennungsmerkmale 
Gestalt abgeflacht, spitzschnauzig, schlank. Schwanz doppelt so lang wie Körper. Jungtiere braun. Achtung: Schwanz bricht ab, wenn angefasst!
Lebensraum 
Felsstandorte, Steinbr√ľche, Schutthalden, Eisenbahnareale, terrassierte Rebberge und mauerreiche Siedlungsbereiche.
Gefährdungsgrad
stark gefährdet
√Ąhnliche Arten

Waldeidechsen sind im Gegensatz zu Mauereidechsen kleiner und besitzen einen plumperen K√∂rperbau. Ihr Kopf ist stumpfer und k√ľrzer, ebenso wie ihr Schwanz. Waldeidechsen bewegen sich langsamer fort und sind praktisch nie an senkrechten Strukturen zu beobachten.

Ma√üe 

Gesamtlänge 20-25 cm.

Aktivit√§tszeit 
Tagaktiv; März-Oktober (selten auch im Februar oder November).
Beobachtung eintragen
Text wurde mit freundlicher Genehmigung vom Haupt Verlag aus dem Buch Stadtfauna übernommen. Cover StadtFauna-Buch

Ziesel. © sylmar / stadtwildtiere.at

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Anspruchslose Sonnenanbeterinnen

Mauereidechsen sind nicht sehr w√§hlerisch, was ihren Lebensraum betrifft. Sie bevorzugen jedoch trockene, warme, sonnige und steinige Standorte mit S√ľdexposition. In St√§dten und D√∂rfern sind sie an Wegr√§ndern, Bahnd√§mmen und Trockenmauern zu finden. Mauereidechsen k√∂nnen auch einmal bei Wind oder sehr hei√üem Wetter angetroffen werden, da sie im Vergleich zu anderen Reptilien weniger empfindlich auf nicht optimale Wetterbedingungen reagieren.

Angepasste Kulturfolgerinnen

Mauereidechsen sind ausgesprochene Kulturfolgerinnen, welche auch st√§dtische Lebensr√§ume h√§ufig besiedeln. Dank ihren Kletterk√ľnsten, k√∂nnen sie selbst senkrechte Strukturen nutzen und k√∂nnen sich so vor Hauskatzen in Sicherheit bringen. In st√§dtischen Standorten haben sie meist die Scheu vor Menschen verloren und k√∂nnen gut beobachtet oder fotografiert werden.

 

© Threecharlie / WikiCommons

Mauereidechsen findet man oft an senkrechten Mauern.

Fördern im eigenen Garten oder in der Wohnsiedlung

Mauereidechsen lassen sich an s√ľdexponierten, sonnigen Standorten durch das Anlegen von Strukturen wie Stein- und Asthaufen gut f√∂rdern. Ebenso werden unversiegelte Trockenmauern gerne von Mauereidechsen besiedelt. Diese Strukturen sollten m√∂glichst sonnenexponiert sein und von √úberwachsen bewahrt werden. Wichtig ist auch, im eigenen Garten oder beim Unterhalt von Wohnsiedlungen auf den Einsatz von Pestiziden zu verzichten, denn die naturnahe Garten- und Umgebungspflege f√∂rdert die Kleintiere, welche die Eidechsen als Nahrungsgrundlage ben√∂tigen.

 

Besitzen Sie selbst keinen eigenen Garten? Dann setzen Sie sich f√ľr die naturnahe Bewirtschaftung einer Gartenmauer in Ihrer Wohnsiedlung ein. Eine sonnige Gartenmauer¬† mit Versteckm√∂glichkeiten bietet einen optimalen Lebensraum f√ľr Mauereidechsen.

 

Auf Ansiedlungsversuche von Mauereidechsen, generell aller Eidechsen, sollte unbedingt verzichtet werden. Solche Aktionen sind nicht nur illegal, sondern in aller Regel auch nicht zielf√ľhrend und oft kontraproduktiv.

Gefahren 
  • Lebensraumverlust: Die zunehmende Zerst√∂rung und Zerst√ľckelung des Lebensraums ist die gr√∂√üte Gefahr f√ľr Mauereidechsen, besonders der Verlust von Kleinstrukturen, wie Trockenmauern setzt ihnen als Kulturfolger zu.¬† Im Siedlungsraum fordert die Zersiedelung ihren Tribut, wenn dabei Mauereidechsenlebensr√§ume zerst√∂rt oder zerst√ľckelt werden.

  • Pestizideins√§tze: Der Einsatz von Insekten- und Pflanzengiften zerst√∂rt den Mauereidechsen die Nahrungsgrundlage.

  • Hauskatzen: Zwar k√∂nnen die Kletterk√ľnstlerinnen den Katzen besser entkommen als ihre plumperen Verwandten, trotzdem stellen Katzen, besonders in Siedlungsgebieten, ernstzunehmende Gefahren f√ľr Mauereidechsen dar.

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