Wasserfrosch und Teichfrosch
Pelophylax lessonae und Pelophylax esculentus
© Anouk Taucher / swild.ch

Lebensraum

Feuchtgebiet
Gewässer

Der Kleine Wasserfrosch und der Teichfrosch besiedeln Teiche, Sümpfe, Moore, Gräben und Flutmulden, auch Kiesgruben und flache, gut bewachsene Seeufer. Der Kleine Wasserfrosch ist in Weihern und Kleingewässern mit Torfböden und krautigem Bewuchs häufig stärker vertreten als der Teichfrosch, der aber in allen übrigen Gewässertypen meist dominiert und den konkurrenzschwächeren Kleinen Wasserfrosch oft verdrängt.

Bei Teichfröschen handelt es sich um Hybride, die durch die Kreuzung des einheimischen Kleinen Wasserfroschs mit dem eingeschleppten Seefrosch entstehen. Für den Fortbestand ist der Teichfrosch auf den Kleinen Wasserfrosch angewiesen. Teichfrösche können sich untereinander im Allgemeinen nicht fortpflanzen, und wenn dies doch gelingt, so entstehen als Nachkommen weibliche Seefrösche.

Sowohl Wasser- wie Teichfrosch sind hauptsächlich an Wasserflächen und Uferzonen gebunden, können aber auch erstaunlich große Distanzen über Land bewältigen, etwa auf der Suche nach neuen Lebensräumen. In der Fortpflanzungszeit (Mitte Mai-Juni) bilden die Männchen Reviere (Arenen), die sie heftig verteidigen. Die Weibchen setzen mehrere Laichpakete ab, die 1`000-8`000 Eier enthalten. Diese sind anfangs oberseits dunkelbraun, unterseits weißlich. Die Larven können 6-9 cm groß werden.

Beide Grünfrösche fressen fast alles Lebendige, das sie überwältigen können und das höchstens die Hälfte der eigenen Körpergröße erreicht. Auch Kannibalismus kommt vor. Vor allem große Teichfrosch-Populationen können anderen Amphibien-Arten ernstlich zusetzen und diese stark konkurrenzieren und dezimieren.

Erkennungsmerkmale 
Kleiner Wasserfrosch: Gedrungener Körper, meist leuchtend grün bis türkis, Gliedmaßen und Hinterrücken oft bronzebräunlich. Bräunliche oder schwarze Flecke auf dem Rücken. Männchen mit zwei weißlichen Schallblasen hinter Mundwinkeln. Stimme: weiches, fast schnurrendes "öah-chrr-chrr". Teichfrosch: Körper und Gliedmaßen meist einheitlich grün, olivgrün, manchmal auch braun. Hinterbeine etwas länger als beim Wasserfrosch. Männchen mit leicht gräulichen Schallblasen hinter Mundwinkeln. Stimme: raues lautes "oäh-ä-ä-ä".
Lebensraum 
Verschiedene Gewässertypen.
Gefährdungsgrad
Kleiner Wasserfrosch: gefährdet
Ähnliche Arten
Die Unterscheidung zwischen Wasser- und Teichfrosch ist nur bei typischen Individuen möglich. Da der Teichfrosch als Hybrid zwischen einem Wasser- und einem Seefrosch Merkmale von beiden Arten haben kann. Seefrösche sind deutlich größer als Wasserfrösche und haben generell eine düstere Färbung mit weniger Gelbanteil. Die Rufe des Seefrosches unterscheidet sich wesentlich von den Rufen des Wasser- und des Teichfrosches. Als ein weiteres Bestimmungsmerkmal hat sich auch der innere Fersenhöcker herausgestellt, welcher sich in Gestalt und Größe zwischen den drei Formen unterscheidet. Alle Grünfrösche kreuzen sich untereinander. In der Schweiz wurden als lebendige Froschschenkel mehrere Seefrosch-Linien und wohl auch andere Wasserfroscharten importiert. Immer wieder entwichen Tiere, so dass in der Schweiz heute viele Hybriden leben, welche äußerlich nicht klar zu unterscheiden sind. Wir sprechen deshalb in der Regel nur noch vom Wasserfrosch-Komplex und verzichten die einzelnen Arten anzusprechen. Der Grasfrosch unterscheidet sich von Wasserfröschen durch einen dunklen Schläfenfleck. Bei Wasserfröschen, sowie bei Grasfröschen, ist die Artbestimmung anhand der Farbe kritisch, da eine riesige Palette an Farbvariationen nachgewiesen werden kann.
Maße 

Kleiner Wasserfrosch: 5.5-7.5 cm. Teichfrosch: 9-12 cm.

Aktivitätszeit 
Ende März - Mitte Oktober
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Text wurde mit freundlicher Genehmigung vom Haupt Verlag aus dem Buch Stadtfauna übernommen. Cover StadtFauna-Buch
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Ziesel. © sylmar / stadtwildtiere.at

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Laute Quaker

Wasserfrösche sind die Verursacher von lauten Froschkonzerten, welche besonders im Frühling und Sommer über die verschiedensten Gewässer hallen. Dies kann  besonders in Wohngegenden zu Ärgernissen führen. Mit etwas Toleranz sollte diese nächtliche Störung jedoch verkraftbar sein. Die Rufaktivität dauert witterungsabhängig nur ein paar Wochen. Als Maßnahme wird empfohlen, die Fenster nachts zu schließen, einen plätschernden Brunnen zu installieren oder die Schwimmpflanzen aus dem Teich zu entfernen, auf welchen die Wasserfrösche gerne sitzen, während sie rufen. Die Frösche selbst sind gesetzlich geschützt und dürfen nicht einmal aus dem eigenen Gartenteich entfernt werden.

Lebensraum Wasser

Wasserfrösche sind, wie ihr Name schon sagt, den größten Teil des Jahres am Wasser anzutreffen. Die Eiballen, welche Wasserfrösche nach der Paarung ablegen, bestehen aus mehreren hundert Eiern und können im Teich gut beobachtet werden. Aus den Eiern schlüpfen die Kaulquappen und bereits Ende Juli kann man die ersten Jungfrösche sehen. Während des Tages sonnen sich die Wasserfrösche am Teichrand und hüpfen bei einer Störung mit einem großen Sprung in den Teich, wo sie sich am Gewässergrund unter der Vegetation verstecken.

© Sanja / WikiCommons

Kleiner Wasserfrosch während der Verwandlung von einer Kaulquappe in einen Frosch, der Schwanz wird sich nun langsam zurückbilden.

 

© Manfred Heyde / WikiCommons

Der Teichfrosch (Bild) und der Kleine Wasserfrosch sind äußerlich fast nicht zu unterscheiden.

Teiche vor der Haustür

Wasser- und Teichfrösche besiedeln neue Gewässer, z.B. Gartenteiche, rasch. Deshalb ist die Schaffung neuer Lebensräume für diese Arten leicht möglich, sofern die Vernetzung zu Lebensräumen in der Umgebung gewährleistet ist. Man muss sich allerdings der Konsequenzen bewusst sein, denn sind die Wasserfrösche am Gartenteich angelangt, werden sie auch dort laute Quak-Konzerte veranstalten und es ist gesetzlich verboten, die Wasserfrösche aus dem eigenen Garten zu entfernen.

Keine Amphibien aussetzen oder umsiedeln

Neu geschaffene Kleingewässer werden von den geeigneten Arten von alleine besiedelt. Es müssen keine Tiere ausgesetzt werden. Dies ist sogar per Gesetz verboten, denn eine Aussetzung kann mehr schaden als nützen.

Gefahren 
  • Zerstückelung des Lebensraums: Mit dem fortschreitenden Verlust der Feuchtgebiete, geht auch der Lebensraum der Wasserfrösche verloren.

  • Einbürgerung des Seefrosches: Der Seefrosch ist eine invasive Art, weil er die einheimischen Wasserfrösche als Fressfeind dezimiert und sie genetisch durch Einkreuzung bedrängt.
  • Herbizide und Pestizide: Aufgrund ihrer dünnen und sehr durchlässigen Haut sind Amphibien besonders empfindlich auf Pestizide und Herbizide.

Mehr Informationen 

 

 

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